Vor Ort: Verleihung Geschwister-Scholl-Preis an Achille Mbembe

20151130_GSP_1_thumb_large0_900Am 30. November 2015 wurde Professor Achille Mbembe, als erster Schriftsteller afrikanischer Abstammung, für sein Buch „Kritik der schwarzen Vernunft“ mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. Gerne wäre ich bei der Preisverleihung in München persönlich dabei gewesen, musste mich aber wegen Verpflichtungen in Berlin noch kurzfristig von meinem Mitarbeiter vertreten lassen. Auch auf diesem Wege möchte ich Herrn Mbembe nochmal herzlich gratulieren!

In seinem Werk legt er dar, dass Rassismus bis heute integraler Bestandteil der gesellschaftlichen Praxis ist. Das Buch könnte in Zeiten neokolonialer Ausbeutung und der aktuellen Abschottungspraxis der Europäischen Union nicht brisanter sein.

20151130_GSP_2Klein_thumb_large0_900Oder wie Professor Paul Gilroy in seiner Laudatio sagte: „Mbembes Buch widersetzt sich der einheitlichen Perspektive einer Ära, die sich zunehmend historisch selbst über die Idee versteht, dass das Ausüben von Kritik überflüssig geworden ist, und versucht, die Bedeutung des Denkens in puncto Rassen und in puncto der Gewohnheit von Rassen bei der Entstehung Europas und der Eroberung des gesamtamerikanischen Kontinents sowie bei der blutigen Unterwerfung Afrikas zu erklären. Sein historischer Teil ist die Geschichte eines Philosophen, der seiner reichhaltigen Synthese eine begleitende Skizze der Genealogie schwarzer Überlegung über die Stationen der Sklavenbaracken und Sklavenschiffe, über zahllose Rebellionen und Aufstände zur leidigen Phase der Dekolonialisierung und dann über sie hinaus zu unseren eigenen traurigen Umständen, die von Neokolonialisierung und scheinbar endloser asymmetrischer Kriegsführung geprägt sind, entgegensetzt.“