Qualität von Forschung und Lehre fördern, nicht die Interessen der DFG

„Die Qualität von Forschung, Lehre und Arbeitsbedingungen an Hochschulen lässt sich nicht an der Summe der eingeworbenen Drittmittel bemessen“, erklärt Nicole Gohlke, hochschul- und wissenschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf den heute vorgelegten Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). „Anstatt den Wettbewerb um unzureichende Finanzmittel weiter anzuheizen, sollte sich die DFG für eine ausreichende Grundfinanzierung aller öffentlichen Hochschulen einsetzen. Eine Verteilung von Forschungsmitteln nach dem Drittmittelaufkommen, wie dies z.B. in der Exzellenzinitiative erfolgt, lehnt DIE LINKE ab.“ Gohlke weiter:

„Die DFG sollte ihre Berichterstattung nicht anhand der eigenen Interessenlage gestalten. Um ihre eigene Position im Wissenschaftssystem zu stärken, hält die DFG auch weiterhin beharrlich an Drittmitteln als Indikation für besondere Leistungsfähigkeit fest. Betrachtet man beispielsweise die Region um den Hochschulstandort Heidelberg, so zeigt sich, dass die herausragende Stellung des Bereiches der Lebenswissenschaften neben seiner eigenen Leistungsfähigkeit auch auf bestehende strukturelle Faktoren zurückzuführen ist. Neben ihrer Hochschulen mit großem Universitätsklinikum beheimatet die Stadt ebenso das Deutsche Krebsforschungszentrum, das nach eigenen Angaben die größte biomedizinische Forschungseinrichtung Deutschlands ist.

Die seit Jahren sinkende Grundfinanzierung der Hochschulen hat zu einer Spaltung der Hochschullandschaft geführt. Während an Exzellenzstandorten mit großzügigen Budgets geforscht werden kann, verfügen Wissenschaftler, die an Hochschulen außerhalb von überregionalen Ballungszentren arbeiten, häufig über eine völlig unzureichende Ausstattung. Daher fordern wir eine stärkere regionale Verteilung von öffentlichen Forschungsmitteln sowie eine Umwandlung von Drittmitteln in Grundfinanzierung.“